Zurück! …und dann in die Zukunft – Europa in der Krise

Die Krise Europas ist eine Krise der westlichen Welt. Ihr Ursprung liegt in der verträumten ideologischen Wertvorstellung, die sich in Politik und Gesellschaft in narzisstischen Denkmodellen über Jahrhunderte hinweg etabliert hat. Die Finanzkrise und Schuldenkrise Europas spiegelt die Krise der Gesellschaft im Ganzen. Sie ist im zeitgeschichtlichen Aspekt, mit anderen europäischen Krisen der Jahrhunderte gesehen, ein Wiederholungseffekt, der einen Mangel der Bewusstseinsebene des Menschen wiederspiegelt. Aus diesem Mangel heraus wird die Bewusstseinsentwicklung des Menschen über Jahrhunderte in ein zeitliches Vakuum gehalten und die Prozesse von Krisen und Kriegen wiederholen sich solange bis der Mensch erkennt, dass die Lösung im fehlerhaften Gedankenkonstrukt und dessen Handlungsweisen liegt.

Kann jemand verantwortlich gemacht werden für die Schulden- und Finanzkrise?

Nein. Weder Banker, Manager, Politiker oder die Gesellschaft können zur Verantwortung gezogen werden. Die Form des ideologischen Staatsystems Namens „kapitalistische Demokratie“ haben wir uns ausgesucht und ein Jeder repräsentiert diese Form durch sein stereotypisches Verhalten auf seiner gelebten Ebene.

Die theoretische Demokratie, wie sie beschrieben wird, wurde nie gelebt, da der Mensch an sich im narzisstischen Gedankengut festhängt und somit seine eigene Weiterentwicklung verhindert. Destruktiver Narzissmus hat gleichzeitig mit Macht zu tun. Diese Verbindung macht nicht vor den Führenden von Politik und Wirtschaft halt sondern zieht sich durch alle Bereiche unserer Gesellschaft. Überall dort, wo Menschen miteinander in Beziehungen stehen, ist der Aspekt von Narzissmus und Macht ein Teil jeder Persönlichkeit.

Anbei ist zu bemerken, dass Narzissmus in vielen verschiedenen Varianten zum Ausdruck kommt. Es gibt unter anderem konstruktiven und destruktiven Narzissmus. Jede gelebte Form davon hat individuellen Einfluss darauf, wie wir mit Macht umgehen und wie wir sie nach außen repräsentieren.

Wie unten so oben, wie oben so unten

In jedem, der bisher gelebten ideologischen Systeme, gab es Unterschicht, Mittelschicht und Oberschicht. Alle diese drei bürgerlichen Schichten sind Bestandteil einer gesellschaftlichen Einheit, die im günstigen Fall in funktionalen Beziehungen leben. In unserem nicht vollständig gelebten demokratischen System geht es um nichts anderes als um Macht und Geld. Wir alle sind damit aufgewachsen und auch in unserem Gedankengut konditioniert.

Die Gesellschaft wählt die Partei, die mehr versprochen oder gelogen hat. Alle drei Schichten haben von diesem System sehr gut gelebt und dabei wohl vergessen, dass alles seinen Preis hat. Der Preis ist die Staatsverschuldung. Niemand in Deutschland oder in Europa wird diese Verschuldung im bisher gelebten System zurückzahlen können. Es wird jongliert, um das System zu beruhigen. Gerät das ideologische System außer Kontrolle, wird sich auch unser beschauliches Leben einen Kontrollverlust unterziehen müssen. Zwangsläufig wird der Raum, in der gelebten gesellschaftlichen Krise, enger. Mehr Kontrolle und Überwachung finden statt. Somit hat sich für ein Teil der Gesellschaft die Zeit auf der Bewusstseinsebene deutlich verringert.

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Warum verringert sich die Zeit in der bestehenden Krise?

Das liegt in der Gedankenstruktur des Menschen. Gerät das gelebte ideologische System langsam in eine Krise, versucht der Mensch aus dem jetzigen bestehenden Gedankensystem das Materialistische und Objektebezogene zu bewahren, zu kontrollieren und zu erhalten. Dieser Prozess verbraucht Zeit und Energie. Die wahrgenommene Zeit wird verringert und das Leben beschleunigt sich. Die Konsequenz sind psychische und physische Störungen in der Gesellschaft.

Brauchen wir mehr Kontrolle und Überwachung?

Der Mensch strebt nach ideologischen Ordnungsstrukturen, da sich die Verstandsebene dort in Planungssicherheit fühlt. Ein politisches System, das ins Wanken gerät, unterliegt enormen polaren Kräften. Wenn diese Kräfte radikaler und egozentrischer Natur sind, kann es zum Exitus eines politischen Systems führen. Dies wäre der ungünstige Fall, eine Krise zu bestehen.

Der günstige Weg wäre, das bestehende System unter Kontrolle zu reformieren. Damit stünden die gesellschaftlichen Schichten wieder in einer funktionalen Beziehung zueinander. Kontrolle und Überwachung werden allerdings als alte Aspekte von kommunistischen, diktatorischen Politsystemen angesehen, die in der Zeitgeschichte ein negatives Bild in der Gesellschaft hinterlassen haben. Stabilität kann nur erreicht werden, wenn gemeinsame Kontrollmechanismen eingeführt werden, um destruktives narzisstisches Handeln zu begrenzen. Hierbei besteht die große Chance, die Krise gemeinsam zu bestehen und aus ihr gestärkt hervorzugehen.

Es existiert allerdings auch die Gefahr, dass aus Macht Machtlosigkeit entsteht und auf politische Strukturen der Vergangenheit Europas zurück gegriffen wird. Das heißt, dass einige der Machtbefugten sich weiterhin dem manipulativen, narzisstischen Gedankengut und daraus resultierenden Handlungsweisen bedienen, in dem sie mehr Kontrolle einführen und den Spielraum für funktionale Beziehungen eingrenzen. Diese Variante wäre mit Sicherheit für ein gemeinsames Europa ein geistiger Rückfall um Jahrzehnte, wenn nicht sogar für Jahrhunderte, da man auf politische Strukturen aus vergangenen, zerbrochenen Epochen zurückgreifen würde.

Wo steht Europa jetzt?

Ich bin kein Politiker oder Wirtschafts-Finanzexperte und kann somit auch die Finanz- und Schuldenkrise nicht auf herkömmlichem Gebiet beantworten. Ich kann eine Ansicht oder eine Vision aus meinem Wissen liefern. Europa ist noch eine zarte Pflanze, die nur langsam wächst. In Europa liegt noch ein tiefsitzender Schmerz, der noch nicht überwunden ist. Es ist ein Kontinent, in dem sich Mangel und Überschuss an menschlichen Abgründen und kultureller, philosophischer Hochkultur die Hand geben.

Dieser Kontinent hat mit seiner Vielzahl an Völkern und Kulturen, fast die ganze Welt politisch und kulturell geprägt. Europa hat der Welt viel gegeben aber auch sehr viel genommen. Es stellt sich die Frage, was Europa mit seiner Zusammenschließung erreichen möchte, wenn der tiefsitzende Schmerz überwunden wird und es zu einer Allianz zusammenschmilzt. Ohne Frage würde sich dann ein geballtes Machtzentrum entwickeln, das die herkömmlichen Machtstrukturen der jetzigen Großmächte wie USA, Russland und China vor neuen Herausforderungen stellen wird.

Wenn Europa zu einer Allianz verschmilzt und seine Kräfte auf der materiellen, objektbezogene Welt gezielt ausrichtet und bündelt wird es zum materiellen Machtzentrum der Welt werden. Aus dieser Betrachtungsweise würde Europa zwar Sprung an die Weltspitze schaffen, doch der Preis würde wieder derselbe bleiben, da sich das narzisstische Gedankengut und dessen Handlungsweisen der Führungsebene nicht verändern würde. Krisen und Auseinandersetzungen bleiben somit in ihrer Form zukünftig erhalten.

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Was müsste sich verändern?

Europa möge sich seiner Geschichte bewusst werden und dessen Erkenntnisse und Lösungsmöglichkeiten sich selbst und der Weltgemeinschaft zur Verfügung stellen. Es sollte moralische Verantwortung übernehmen, dass die zeitgeschichtlich bekannten politischen Systeme und deren ideologische, manipulativen Führungsformen dafür verantwortlich sind, dass Unterdrückung und millionenfacher Tod geschehen ist. Das bezieht sich nicht nur auf die letzte Dekade des Nationalsozialismus, sondern auf die Art der politischen Führungsform und dessen Auswirkungen in der Gesamtbetrachtung von Jahrhunderten in Europa.

Nicht nur Deutschland, sondern auch Italien, Spanien, England, Frankreich, Russland, Holland, Belgien und Portugal haben sich in der Zeitgeschichte einem destruktiven, narzisstischen Führungssystem zugewandt. Am Ende zahlten sie einen hohen materialistischen und moralischen Preis. Danach kam die Ernüchterung und die Erkenntnis.

Aus dieser Sichtweise heraus ist es auch nicht verwunderlich, dass wir eine Finanz- und Schuldenkrise haben. Es ist die Rechnung, die nun alle begleichen müssen, weil die Propheten, denen wir seit vielen Jahrhunderten hinterherlaufen wohl die Falschen sind!

Was wäre der erste Schritt?

Der erste Schritt wäre verantwortlich zurück zu gehen und dann gemeinsam in die Zukunft zu starten. Das Bewusstsein von destruktiv-narzisstischen Politsystemen und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche Verhalten zu öffnen. Sich klar zu werden, dass die aggressive Geschichte Europas ein Fehlverhalten des Menschen ist und nicht an Kleinstaatenpolitik zu bewerten. Aus diesem Aspekt heraus wäre es möglich, dass der Schmerz, den Europa noch in sich trägt, in die Bewusstseinsebene gelangt und sich die Führenden bewusst werden, dass dieser vergangene Teil der Geschichte Europas zu akzeptieren ist und nicht mehr verändert werden kann. Somit würde sich der Schmerz Europas reduzieren und ein neuer Weg zu einer friedlichen Gemeinschaft könnte geebnet werden.

Warum ist es so schwer aus der europäischen Geschichte zu lernen?

Das Römische Reich, der Britische Kolonialismus, der Stalinismus oder der Nationalismus sind aus menschlichem, manipulativem Machtdenken entstanden. Wir haben heute Zugriff auf diese Zeitgeschichte in Form von Literatur und Bildern. Wir können das Geschehene auf dieser Ebene nur verstandsgerecht und moralisch bewerten. Doch wir können den Schmerz und das Leid, das geschehen ist, nicht auf die jetzige emotionale Bewusstseinsebene transportieren. Das heißt, dass der Mensch sich auf der Verstandsebene durch moralische Bewertungen und Wissenszufügung in den letzten Jahrhunderten überdurchschnittlich entwickelt hat. Aber die Verfehlungen der materialistischen Verstandsebene, durch destruktives und narzisstisches Gedanken und Handlungsstrukturen, sind geblieben. Es haben sich nur die Ebenen verändert.

Der Mensch hat eine Überzahl von theoretischen Meisterwerken verfasst. Diese beschreiben, dass die materialistische Verstandsebene und die seelische Sinnhaftigkeit des Seins zum Leben hin sehr gut harmonieren können und sich dadurch eine Hochkultur entwickeln lässt. Es liegt in der Macht des Menschen, ob er diese theoretischen Meisterwerke in der Praxis leben will und sich dadurch neuen Bewusstseinsebenen öffnen möchte. Wenn sich der Mensch dazu entscheidet, würde sich auch die aggressive Geschichte Europas in seiner emotionalen Sichtweise nochmal deutlich verändern.

So könnten wir die Geschichte Europas nicht nur auf der Verstandsebene moralisch beurteilen und bewerten sondern auch auf der seelischen und emotionalen Ebene deutlicher Wahrnehmen. Dieser Prozess bedarf allerdings einer Entscheidung Europas, die herkömmlichen Lebensformen neu zu gestalten oder deutlich zu erweitern. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist und dieser ein positives Licht auf unser Leben wirft, wird sich die Vergangenheit der europäische Geschichte nochmal verändern und einen intensiven Einfluss auf unser emotionales zukünftiges Handeln haben.

Vision Europa

Eine Variante wäre, sich der theoretischen Demokratie praxisorientiert zu öffnen. Die beschriebene theoretische Demokratie ist ein Meisterwerk der Menschheit. Diese gedankliche Theorie stellt schon einen gegenwärtigen Aspekt der vielschichtigen gesellschaftlichen Realität dar und ist im Raum des menschlichen Gedankenguts als Parameter schon vorhanden.

So könnte eine große Masse der Gesellschaft sich relativ schnell in einen konstruktiven und kreativen Prozess begeben. Dieser wird sich weiterhin an die materielle, objektbezogene Welt anlehnen und gleichzeitig einen Raum zu seelisch orientierten Bedürfnissen zum Leben hin ausrichten. Im günstigen Fall entsteht durch diese Öffnung eine Ausbalancierung von materialistischer,  objektbezogener Verstandsebene zur geistig-seelischen Ebene.

Sozialkritische Probleme könnten dann eine Bewertung und Lösung mehr auf der geistig-seelischen Ebene finden und nicht mehr ausschließlich auf der materialistischen Ebene. Demzufolge wären die Politik und die Gesellschaft gezwungen in einen Dialogprozess zu gehen, in dem beide Seiten sich der geistig-seelischen Variante im Umgang mit sozialkritischen Problemen stellen müssen. Der Wechsel von einer hierarchischen in eine halbhierarchische Führung würde automatisch eine positive Auswirkung auf unsere bisherige Lebensform haben.

Man könnte nun anmerken, dass unser System diesen demokratischen Prozess schon zu Verfügung stellt. Das ist im Kern richtig, doch das zur Verfügung gestellte ist nicht mehr zeitgerecht und bedarf einer Reformierung, um sich wieder zeitgerecht darzustellen. Diese Vision einer neuen politischen ideologischen Ausrichtung benötigt, dass der narzisstische Führungsstil der heutigen Politik eingeengt werden sollte und die Gesellschaft sich darüber klar wird, dass sie ihren eigenen Anteil an Narzissmus zurückfährt und Verantwortung für ihr Handeln übernimmt.

Lieber Leser, ich hoffe ich konnte einen kleinen Aspekt aus dem Bereich des menschlichen Narzissmus nahebringen und einen inneren Dialog zu diesem Thema entfachen. Selbst wenn die Vision Europas scheitern würde, so kann man überlegen wie weit diese menschlichen Verhaltensweisen im täglichen sozialen Umfeld beeinflussen. Nur wenn dieser Variantenraum geöffnet wird und sich jeder bewusst wird, was destruktives narzisstisches Handeln mit sich führt, kann auch ein Umdenken stattfinden. Dieses Umdenken würde einen erheblichen positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft, unsere Politik und unsere Wirtschaft haben. Destruktiver Narzissmus verursacht nicht nur erheblichen moralischen Schaden, sondern kann auch Wirtschaftsunternehmen und gesunde politische Systeme in eine schwere finanzielle und moralische Krise stürzen.

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